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Leipziger Münzhandlung Heidrun Höhn
Auction 88  27-28 Oct 2017
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Lot 2166

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Estimate: 40000 EUR
Price realized: 46000 EUR

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Sachsen-Kurlinie ab 1547 (Albertiner)
Johann Georg I. (1611-) 1615-1656 Dicker Doppeltaler 1611, (Herbart von Lünen) Auf seinen Regierungsantritt 1611. Sogenannter Affentaler. Der stehende Kurfürst im Harnisch mit Feldbinde und umgürtetem Schwert wendet sein Haupt nach rechts, in der Rechten den Kommandostab haltend, auf einem getäfelten Boden mit einem mit offenem Federhelm bedecktem Tisch, zwischen den Füßen die Jahreszahl 1611, SOLA DVCES VIRTVS VI DECET IRA TRVCES (= Nur die Tugend geziemt den Fürsten, Zorn mit Gewalt den Tyrannen) / Ein Bär verfolgt in einer Landschaft einen sich auf einen Baum flüchtenden Affen, darüber scheinende Sonne, PARVA ETIAM VIRTVS, VIM MAGNAM VINCIT ET IRAM (= Schon ein wenig Tugend überwindet viel Gewalt und Zorn). 39,50 mm, 58,54 g. Exemplar der Slg. Brand (versteigert bei Leu 70/7301) C/K 35 (LP) Schnee 787 (als dicker Doppeltaler beschrieben) Davenport 7574 Slg. Engelhardt 772 Grund L 1611/05 Tentzel 27, VII Slg. Merseburger 853 (RR, 150,- GM) Slg. Erbstein 11293 Dassdorf 576 Ampach 14240 Slg. Brand 7301 (dieses Exemplar) Von allergrößter Seltenheit und attraktives Exemplar. Kl. Randfehler, fast vorzüglich

Dieses historisch und numismatisch höchst interessante Stück wird in der Literatur einerseits als dicker Doppeltaler (C/K, Schnee, Davenport) andererseits als Silbermedaille im Gewicht eines doppelten Talers beschrieben (vgl. Grund L 1611). Während die ältere Literatur der Auffassung Tentzels Alb., S. 349 ff. folgt, dass jene Medaille auf das friedfertige Verhalten des Kurfürsts Christian II. im jülich-klevischen Erbfolgestreit enstanden sein soll, ist man in der neueren Forschung, der Überzeugung, dass der Anlass der Regierungsantritt Johann Georgs I. ist. Bereits Erbstein schreibt auf S. 171, den Grund dafür im Portraitvergleich zu sehen und zusätzlich die Umschrift besser auf den Anlass des Regierungsantritts Johann Georg I. adaptieren zu können. Geschaffen wurde dieses außerordentlich interessante Exemplar von Herbart von Lünen, welcher wahrscheinlich durch den Münzmeister Heinrich von Rehnen nach Dresden kam. Aufgrund stilistischer Merkmale vermuten die Brüder Erbstein, dass er seit 1605 als Stempelschneider in Dresden tätig war. Seine 25 eindeutig identifizierbaren Werke, die zum Teil mit seinem Kollegen Ruprecht Niclas Kitzkatz gefertigt wurden, sind von beeindruckender Gestaltung. Die Münzen und Gedenkmünzen mit Portraitdarstellungen, die in den Jahrzehnten von ca. 1605-1615 unter den Herrschern Christian II., Johann Georg I. und August enstanden sind, tragen seine Handschrift.
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