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Fritz Rudolf Künker GmbH & Co. KG
Auction 351  25 Sep 2021
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Lot 364

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Estimate: 100 000 EUR
Price realized: 85 000 EUR

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MÜNZEN DER RÖMISCHEN KAISERZEIT.
Hadrianus, 117-138 - für Divus Traianus und Diva Plotina. AV-Aureus, 137 (oder 138), Rom; 7,19 g. Kopf des Hadrianus r., l. drapiert//Drapierte Büsten des Divus Traianus und der Diva Plotina einander gegenüber, über ihren Köpfen Sterne. Beckmann b 15/DP 1; BMC 603; Calicó 1417; Coh. 2; RIC² 1419.

Von großer Seltenheit. Attraktives Exemplar mit hohem Relief, fast vorzüglich



Aus der Sammlung eines Kosmopoliten. Exemplar der Auktion Hess Divo 330, Zürich 2016, Nr. 34; der Auktion Fritz Rudolf Künker 236, Osnabrück 2013, Nr. 1060; der Auktion Bank Leu AG 48, Zürich 1989, Nr. 351 und der Auktion Bank Leu AG 2, Zürich 1972, Nr. 389. Die Datierung dieses äußerst seltenen, sehr interessanten Aureus hat die Wissenschaft in jüngster Zeit erneut beschäftigt. Nachdem der Typ im BMC von 1966 grob in die Jahre 134-138 datiert wurde, hat R. A. Abdy im RIC² (erschienen 2019) das Stück in die Zeit um 130 verortet und mit Hadrians Aufenthalt in Ägypten in Zusammenhang gebracht. Dieser Bezug erscheint nicht besonders nachvollziehbar. Ebenfalls 2019 hat Martin Beckmann eine Stempelstudie der hadrianischen Goldmünzen der Jahre 130-138 vorgelegt, in der er die DIVIS-PARENTIBVS-Prägungen in das Jahr 138 datiert. Da Stempelstudien lediglich relative Chronologien und zeitliche Abfolgen darstellen, sofern kein datierter Hortfund oder andere fest datierte Stücke einen Anhaltspunkt liefern, bleibt auch die Datierung Beckmanns zunächst ein Vorschlag. Für die zeitliche Einordnung in die letzten Regierungsjahre Hadrians spricht neben der Stempelstudie Beckmanns auch der historische und inhaltliche Kontext. Hadrian ehrt mit dem Aureus seine vergöttlichten Adoptiveltern Traianus und Plotina. Diese Bezugnahme bietet sich besonders im Zusammenhang mit den im Dezember 137 vorgenommenen Feierlichkeiten seiner Vicennalien, seines zwanzigjährigen Regierungsjubiläums, an. Möglich ist auch, dass Hadrian mit der Darstellung seiner Adoption auf die von ihm getroffene Nachfolgeregelung - wohl die Adoption des Aelius Ende 136, möglicherweise aber auch die Adoption des Antoninus I. Pius im Februar 138 - verweisen wollte. Siehe hierzu: Bechtold, Christian, Gott und Gestirn als Präsenzform des toten Kaisers. Apotheose und Katasterismos in der politischen Kommunikation der römischen Kaiserzeit und ihre Anknüpfungspunkte im Hellenismus, Göttingen 2011, S. 255.

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