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Auktionen Münzhandlung Sonntag
Auction 35  29-30 Nov 2021
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Lot 1190
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Estimate: 25 000 EUR

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Württemberg. Wilhelm I. 1816-1864.
Goldmedaille im Gewicht zu 12 Dukaten 1814 von J.L. Wagner, auf die Siege in Frankreich. Jugendlicher Kopf des Kronprinzen mit Lorbeerkranz nach links / Drei aufrecht stehende Lanzen, an denen wehende Fahnen mit den Aufschriften ÖSTR-WÜRT-RUSSLAND angebracht sind. Am Boden liegen zwei französische Adlerstandarten und ein Helm. KR 84, Ebner 374, Slg. Hermann -, Slg. Wurster 755 (nur in Silber). Bramsen 1359, Slg. Julius 2849 (nur in Silber). 36,3 mm, 41,60 g
in Gold von größter Seltenheit, kleine Kratzer auf dem Avers, vorzüglich/vorzüglich-prägefrisch

Friedrich Wilhelm Carl wurde am 27. September 1781 im schlesischen Lüben als Sohn des (späteren) Königs Friedrich I. und seiner ersten Frau Auguste Karoline von Braunschweig-Lüneburg geboren. Schon in frühester Jugend gab es große Spannungen im Verhältnis zwischen Vater und Sohn. Nach einem kurzen Studium an der Universität Tübingen trat er während des zweiten Koalitionskrieges als Freiwilliger in die österreichische Armee ein und nahm im Dezember 1800 an der Schlacht von Hohenlinden teil. 1803 erlangte er den Rang eines kaiserlichen Generalmajors. Zeitgenossen bescheinigten ihm bereits damals profunde militärische Kenntnisse, Mut und Tapferkeit. Noch in diesem Jahr floh er nach Paris, nachdem es wiederholt zu massiven Differenzen zu den Interessen und der Politik seines Vaters kam. Hier wurde er von den württembergischen Landständen und später von Napoléon unterstützt. Nicht zuletzt aufgrund der veränderten politischen Großwetterlage verließ er am 11. September 1805 Paris und kehrte nach Stuttgart zurück, wo er sich mit seinem Vater arrangierte und die Zeit zur Weiterbildung nutzte. Mit Wirkung vom 1. Januar 1806 wurde das sich durch diverse Gebietszuwächse deutlich vergrößerte Kurfürstentum Württemberg zum Königreich erhoben. 1809 musste Württemberg für Napoléon im Krieg gegen Österreich Truppen stellen und gleichzeitig seine eigenen Ostgrenzen sichern. Den Oberbefehl über diese Truppen erhielt Friedrich Wilhelm. Er besiegte dabei die gegen die bayerische Herrschaft rebellierenden Vorarlberger durch einen Angriff auf Bregenz. Beim Russlandfeldzug Napoléons erhielt er wiederum den Oberbefehl über die württembergischen Truppen, dieser Feldzug endete jedoch verheerend. Lediglich einige Hundert von den insgesamt 15.800 Soldaten sahen die Heimat wieder. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig vom 16. bis 19. Oktober 1813 wechselte Württemberg auf die Seite der Allianz gegen Napoléon. Friedrich Wilhelm übernahm wiederum den Oberbefehl über die Württembergische Armee, die im November durch österreichische Truppen verstärkt wurde. Am 30. Dezember überschritt diese Armee den Rhein bei Hüningen. Nach mehreren Gefechten, wobei seine Truppen maßgeblichen Einfluss auf den Kriegsverlauf hatten, zog er am 31. März 1814 zusammen mit Zar Alexander und König Friedrich Wilhelm III. von Preußen als Sieger in Paris ein. Napoléon dankte ab und wurde auf Elba verbannt. Friedrich Wilhelm war Teilnehmer am Wiener Kongress, bei dem die europäischen Fürstenhäuser und Regierungen unter dem Vorsitz des österreichischen Staatskanzlers Fürst Klemens Wenzel Lothar von Metternich ab September 1814 eine neue europäische Staatenordnung ausarbeiteten. Nach der Rückkehr Napoléons und in dem darauffolgenden Krieg 1815 befehlige Friedrich Wilhelm erneut ein Armeekorps der alliierten Truppen. Er war somit der einzige Angehörige eines der regierenden deutschen Fürstenhäuser, der aktiv als Militärbefehlshaber an den Kriegen von 1814 und 1815 teilnahm. Nach dem Tod seines Vaters König Friedrich am 30. Oktober 1816 übernahm er als König Wilhelm I. den württembergischen Thron und begann damit seine überwiegend positiv zu bewertende Regentschaft, die bis zu seinem Ableben am 25. Juni 1864 nahezu stolze 48 Jahre andauerte. Wir konnten von dieser Medaille in Gold kein Auktionsvorkommen und keinen Museumsstandort ermitteln. Dies scheint in Gold das erste Vorkommen am Markt überhaupt zu sein und somit die einmalige Gelegenheit zum Erwerb einer der größten Raritäten aus der Medaillengeschichte des Königreichs Württemberg. Aus altem schwäbischem Sammlungsbestand.
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